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Rätikoner
Höhenweg Süd |
Text:Heidi
Narzi |
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Aufstieg 122 m bis zum Drusentor 2343
m. |
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Der Morgen beginnt wieder früh. Um 6 Uhr stehen die ersten auf und fangen sofort laut zu reden an. Wir frühstücken um 7.30 Uhr. Mit gutem Müsli, Tee und Brot im Magen brechen wir um 8.45 Uhr auf. Eine gute Sitte in den Schweizer Hütten, man bekommt heißen Tee in seine Thermoskanne für unterwegs. Wir gehören zu den letzten, die aufbrechen. Es ist Kaiserwetter, blauer Himmel, Sonne. Sollen wir dem schlechten Wetterbericht wirklich glauben?
Gegen 10 Uhr erreichten wir das Drusentor (2.343 m). Auf dem Weg dorthin und rund ums Drusentor sind bizarre Felsriesen zu sehen, und weil die Sonne noch nicht hoch steht, hebt das morgendliche Licht- und Schatten-spiel die grandiosen Felsformen hervor. Wir durchqueren das Drusentor in nördliche Richtung. Wir befinden uns wieder auf österreichischem Boden. Die ersten 200 bis 300 Höhenmeter steigen wir steil ab durch gerölliges Gelände, danach gemütlicher bis zur Lindauer-Hütte. Wir machen viele Pausen und schauen auf die ebenfalls gigantische Nordseite von den Drei Drusentürmen, Drusenfluh und den Rätikon Höhenweg Nord.Toni Hiebeler sagte über diese Gegend: „Die Drei Drusentüme im Rätikon bilden den Abschluß des Gauertals, einem linken Seitental des Montafon; es wird gelegentlich als eines der schönsten Hochtäler der Ostalpen bezeichnet.“ Deshalb auf jeden Fall dort Pause machen und viel Zeit zum Schauen einplanen!
Bei der Ankunft an der Lindauer-Hütte (1744m ) gegen 13 Uhr, erleben wir einen Kulturschock. Statt ruhiger Bergwelt: Massenbetrieb, Lärm und schlechtes Essen. Denselben Wahnsinn, grübeln wir, erleben wir jedes Wochenende, wenn wir von München aus auf den Berg gehen und einkehren. So unangenehm wie auf der Lindauer-Hütte war uns diese Atmosphäre mit vielen Tagesaus-flüglern noch nie. Die einsamen Tage hatten uns wohl empfindlich gemacht. Nach kurzer Rast mit mehlig angedickter Linsensuppe für damals 10 DM ging es weiter abwärts durchs Gauertal. Es war immer noch strahlender Sonnenschein, so dass wir zunehmend zweifelten, ob es wirklich richtig war, abzusteigen. Wir wechselten auf die linke Bachseite und stießen auf die wunderhübsche Siedlung: „Gauer“. Rast, Fotos und Blick zurück auf den Talschluss mit den Drei Drusentürmen.
Auf wackligen Knien und Beinen erreichten wir um 15.20 Uhr den Ort Latschau (994 m). Der Bus nach Tschagguns fuhr 5 Minuten später gegenüber der Golmerbahn Talstation los.In Tschagguns stiegen wir am Bahnhof in den Zug nach Bludenz um, auf den wir ebenfalls nur 5 Minuten warten mußten. Unser Auto stand da, wie wir es verlassen hatten. Endlich raus aus den Bergschuhen und rein ins Bludenzer Leben, das uns aber nicht gefiel. Wir wollen daraufhin in Schruns übernachten. Auf dem Weg dorthin las Marlis: „ Bartholomäberg“. Ihr fiel ein, daß Freunde von dem Ort, seiner großartigen Lage, geschwärmt hatten. Also fuhren wir kurz entschlossen hin. Bartholomäberg liegt auf 1087 m, Westlage, also Abendsonne (Sonnenuntergang 19.45 Uhr) und der Blick nach Süden zeigt das gesamte Bergmassiv, durch das wir die letzten Tage gewandert waren. Hier blieben wir. Bei immer noch bestem Wetter konnten wir immer wieder die wuchtigen Felskolosse des Rätikon betrachten. Im Hotel Berger-Hof
nahmen wir ein Doppelzimmer mit Bad für 900 ÖS. Toller Blick vom Zimmer und der
Terrasse, auf der wir Abschied von der Bergwelt unserer Wanderung nahmen. In der Nacht Gewitter und Regen.
Am nächsten Morgen die Berge in Wolken.
Do 30.8.2001Rückfahrt nach München via Arlberg Tunnel, Innsbruck, Kufstein |
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Um 10.30 Uhr Abfahrt bei Regen. Allmählich wurde das Wetter wieder besser. In Kufstein schien die Sonne! Gegen 16 Uhr kamen wir in München an, nachdem wir bei Riedel’s Glasfabrik und -einkauf in Kufstein eine Pause gemacht hatten. Am nächsten Tag kam dann der Wetterumschwung und bestätigte endgültig den richtigen Entschluß, vorzeitig abzusteigen und die Tour zu verkürzen. Für uns bestimmt ein guter Grund, wieder ins Rätikon zu reisen und dort eine weitere Etappe des Höhenweges abzuwandern. Wir kommen wieder! Literatur: |