Rätikoner Höhenweg Süd
August 2001

Text:Heidi Narzi
Bilder: Marlis Küpper

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4 / 5

Ausstieg


Wandern im Drei-Länder-Eck Lichtenstein, Österreich und Schweiz.
Marlis und Heidi auf ihrer ersten
Tour von Hütte zu Hütte.

Genußwandern für alpin Erfahrene und Geübte, die Freude am Schauen und Verweilen haben und auch ohne Gipfelsturm zufrieden sind.
 

Toni Hiebeler sagt: „ Der Rätikon ist eine der eigenwilligsten und interessantesten Berggruppen der Ostalpen. Seine höchsten Berge erheben sich im Grenzkamm zwischen dem Fürstentum Liechtenstein, der Schweiz und Österreich: Schesaplana (2964m), Drusenfluh ( 2827 m), Drei Drusentürme ( 2754) und Sulzfluh ( 2818) .... Der Rätikon bietet alles, was Wanderer und Bergsteiger lieben. Bizarre Felstürme gibt es genau so wie wuchtige Gipfelgestalten oder breite Felskolosse mit 600 m hohen Steilwänden.“

Sonntag 26. 8. 2001

Anreise ca. 4 Stunden vom Tegernsee, Achensee, Arlberg Tunnel (Maut) bis Bludenz.
Zugfahrt von Bludenz bis Nenzing. Taxifahrt durch das Gamperdonatal. Spaziergang.
http://meineseite.i-one.at/nenzingerhimmel/weg.htm  mit dem Taxiunternehmer Anton Gantnerhttp://members.aon.at/nenzingerhimmel.at/

Am 26. August, einem strahlenden und  heißen Hochsommertag, brachen wir um 10.30 im Tegernseer Tal auf und standen 15 Minuten später im ersten Stau kurz vor Bad Wiessee wegen dem „Roßtag“ in Tegernsee und Rottach Egern. Deswegen haben wir dann um 14.39 Uhr rennend, japsend und schwitzend in letzter Sekunde und mit der Bitte an den Zugführer, doch auf uns zu warten, gerade noch den Zug von Bludenz nach Nenzing bekommen. Da saßen wir nun glücklich bei mindestens 35o C im Zug und waren sicher, daß unser Abenteuer beginnt. Die Bergkulisse, die vom Zug aus zu sehen war, bestätigte uns in der Absicht, ab morgen den schönen Rätikon von Hütte zu Hütte zu durchwandern.

In München hatten wir schon ein Taxi vom Nenzinger Bahnhof bis zum „Nenzinger Himmel“ reserviert, wo unsere erste Übernachtung im Alpengasthof Gamperdona sein sollte (nicht zu verwechseln mit dem Gastof Gamperdona in Bahnhofsnähe von Nenzing). „Einen Logenplatz im Himmel“ können Sie in: Priska’s Alpengasthof - Gamperdona im Nenzinger Himmel reservieren (A-6710 Nenzinger Himmel; Tel. 0043/5525/63200, Fax 0043/5525/63204, mobil 0664/4450 545 und privat 0043/5585/7563). „Garantiert werden stimmungsvolle Stunden ...  in heimeliger Atmosphäre ... in geselligen Gasträumen ... und gemütlichen Zimmern ... inmitten Gleichgesinnter ... eben (fast) wie im Himmel.“ Stimmt!

Das Taxiunternehmen Anton Gantner holte uns, nach Anruf vom Nenzinger Bahnhof, in einem Pick-up ab. Wir waren die einzigen Gäste und begeistert von der Freiluftfahrt durchs  „wildromantische Gamperdonatal“. Von Nenzing (515 m) geht es 15 km bis auf 1370 m gegen Südwesten durchs Gamperdonatal für damals 200 ÖS. Der Nenzinger Himmel ist ein wunderschöner Talkessel und Talschluss um die Alpe Gamperdona herum mit vielen kleinen Häusern, einem kleinen Lebensmittelgeschäft („Lädele“), einem Restaurant Panüler („Cafe“) und dem Alpengasthaus Gamperdona („Hotel“).
Drum herum sind beeindruckende Gipfel des Rätikons und viele kleine Bäche.
Wir kamen nach einer knappen Stunde Fahrt an und befanden uns inmitten von feiernden Menschen und Blasmusik, also erstmal nichts mit der Bergeinsamkeit. Zum Glück war ein paar Meter weiter an einem rauschenden Bach außer diesem nichts mehr zu hören.

Im Alpengasthof Gamperdona hatten wir ein einfaches Zimmer mit Charme und Etagendusche für 1000 ÖS.
Beim Abendessen vorm Gasthof beobachteten wir eine Bergrettung mit dem Helikopter am Panüeler Kopf. Es saßen einige einheimische Wanderer vor dem Gasthaus, und den jungen Mann, der die Bergrettung am sachkundigsten kommentierte, befragten wir anschließend über die Schwierigkeit unserer ersten Tagesetappe. Anhand der Karte erklärte er genau den Weg und schloß mit den Worten:

 „ Alles ein Spaziergang.“