Eine Motorrad-Tour
durch Nordthailand

Tagebuch und Bilder:
Marlis Küpper
Dezember 2005

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Samstag, 10.12. von Mae Chaem nach Samoeng

Heute mal Sonne? Leider nein, tiefer Nebel liegt über den Bergen, und wir können nicht die off-road Strecke über den Doi Inthanon fahren, so viel steht schon vor dem Frühstück fest. Wir müssen auf den Highway und fahren über den Highway Richtung Chom Tong über Hang Pong.

Wir machen Stopp am Wasserfall Vachirathan. Wunderschön donnert und zischt er über die Felsen in die Tiefe. Heute ist dort viel los – klar, es ist Wochenende, und da machen die Thai ihre vergnüglichen Ausflüge zu kühlen Orten. Dazu gehört auch immer ein Familienfoto vor dem Ausflugsziel, warum viele Ausflügler mit einem Stativ unterwegs sind – Selbstauslöser, damit keiner auf dem Foto fehlt!

 

Nach der Abbiegung in Chom Tong geht es zunächst weiter in Richtung Chiang Mai, auf dem Highway 40 km, bis zur Kreuzung in Sanpasak, dort nordöstlich weiter auf der Strasse 1269, Richtung Samoeng durch das grün schillernde Nam Mae Tha Chang-Tal. Die Sonne lässt die Wassertropfen auf den Riesenblättern der Dschunglbäume und –sträucher glitzern. Große Blumenparks und stilvolle Holzhäuser sind in der Landschaft malerisch platziert. Eine üppig bewaldete Gegend mit komfortablen Resorts, vorwiegend genutzt von thailändischen Touristen!

Es geht die Serpentinen rauf und runter, keine Schlaglöcher bremsen die entspannte Fahrt auf dem Motorrad, und wir kommen beeindruckt von der Route in Samoeng an.

Im Samoeng Resort, etwas außerhalb des Ortes, in einem großen Park gelegen, mieten wir einen Bungalow für 300 Bath. Kein großer Andrang hier, außer uns noch ein Paar im gegenüber liegenden Häuschen. ( s. "Versteckte Perlen in Nordthailand" )

Für’s Auge taugt das innere Ambiente der Bungalows nicht, was man braucht ist aber da: Betten, Dusche und Toilette, Wassergläser, Flaschenöffner, zwei Sessel, ein Tisch usw.. Wir schaffen die Sitzmöbel nach draußen und freuen uns, in der schönen Parklandschaft unter sonnigem, blauen Himmel auf den Bambussesseln zu hocken, Tee zu trinken und Gebäck zu essen, und genießen die friedliche Szene.

Am Abend noch einen Ausflug in den Ort. Da ist tote Hose, aber  ein Restaurant hat geöffnet, wo wir ein Phad Khimau, gebratenes Gemüse mit Nudeln, und Grathiam Phrik Thai,  Fleisch mit Knoblauch, grünem Chili und Pfeffer essen.

Die Nacht hätte die ruhigste aller Nächte sein können. Hätte! Wenn nicht in der kleinen Kneipe am Resort- Eingang zwei Nachtschwärmer die Karaoke Maschine voll aufgedreht hätten und gesanglich bis in die frühen Morgenstunden ihr Bestes gegeben hätten! So ist es oft in Asien. Irgendjemand hat immer Spaß beim Krachmachen, und die anderen Asiaten stört das nicht!


Sonntag, 11.12. von Samoeng Richtung Mai Malai
 

“Ein landesübliches 125 cc-Zweirad muss sich zwar plagen, schafft’s aber auch.“ ( s. "Versteckte Perlen in Nordthailand" )

Wunderbare Landschaft, deren Wegenetz aber auch seine Schwierigkeitsgrade aufzuweisen hat – für das Motorrad und in meinem Falle, auch für die Bikerin! Besonders, wenn der „...stark zerklüftete Waldweg“ aufgeweicht und durch die lang anhaltenden Regenfälle der letzten Zeit morastig geworden ist! So waren die steilen, unbefestigten Wege nicht nur zerfurcht, sondern auch zusätzlich noch speckig, glitschig nass. Bei einem Ausrutscher mit dem Motorrad gab es deshalb keinen sicheren Stand auf den eigenen Füßen. Rutsch- und Umfallgefahr für die Fahrerin und das Motorrad, wenn an besonders steilen Stellen das Können nicht ausreichte, oder der Mut zum ordentlichen Gasgeben fehlte, da blieb man dann im Morast stecken und ließ sich möglichst kontrolliert umfallen! Vier Stunden brauchten wir für die Strecke von Samoeng  bis zur Hauptstrasse 1095 am östlichen Orteingang von Pa Pae, kamen dort auf dem letzten Tropfen Benzin an. Endlich wieder Asphalt unter den Reifen! Es geht entspannt Richtung Mai Malai weiter. Wir halten Ausschau nach Übernachtungsmöglichkeiten. Auf halber Strecke von Pa Pae und Mai Malai fahren wir das Mokfa-Resort an. ( s. "Versteckte Perlen in Nordthailand" )

Heute ist jemand da, und schon haben wir wieder für eine Nacht ein nettes Häuschen inmitten einer grünen Gartenanlage. Am Rande einer großen Wiese fließt ein Bach, in dem eine Gruppe von Jungs tollen. Wir stellen Stühle und Tisch vor das Häuschen und erholen uns von der Anstrengung, wie so oft, bei Tee und Gebäck. Die kleine Tochter des Verwalterehepaares bringt uns als Willkommengruß zwei Bananen vorbei und begrüßt uns im Namen ihrer Eltern herzlich. Dazu hat die Kleine extra ihre Stöckelschuhe angezogen! Das Resort hat eine kleine Kneipe, und die Chefin des Hauses kocht am Abend für uns, ohne nach unseren Wünschen zu fragen. Sie serviert uns eine große Portion Fried Rice mit Gemüse, Spiegelei und Naem (herzhafte, scharfe Wurst) und einen Tee, der schmeckt (nicht  Beutel wie üblich). Das kriegt man in Thailand selten, obwohl das Land große Teeanbaugebiete hat!

 

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