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12.11. Chiang Khan - Khon Kaen Ob wegen oder trotz der Antibiotika - Marlis geht’s besser, und sie ist nicht mehr so fertig wie am Tag zuvor, aber natürlich nicht in der Lage, eine Motorradtour zu machen wie eigentlich geplant. Wir beschließen deshalb abzufahren, da sie von der schönen Umgebung eh nichts hat, in Khon Kaen aber zumindest eine komfortable Unterkunft und im Notfall auch bessere medizinische Versorgung zur Verfügung steht. Der Schwede, auch etwas leidend, nämlich an den Folgen eines feuchtfröhlichen Besuches bei Freunden am Abend davor - sowie, wie er gesteht, an den diesbezüglichen Vorhaltungen seiner Frau -, bringt uns zum Bus. Um 10 Uhr verlassen wir Chiang Khan, unser Idyll am Mekong, nach unserem dritten - diesmal nicht so gelungen verlaufenen - Aufenthalt. Das Wetter ist herrlich, und so wäre sicher auch der Motorradausflug geworden.
Auf der Fahrt kommen die kühn aufragenden Bergzacken des Phu Kradung Nationalpark vorbei, und wir verständigen uns, den mal extra anzusteuern. Dazu müssen wir die Ohrstöpsel rausnehmen, die wir aus Tempotüchern gebastelt haben, da der Busfahrer uns mit seinen Lieblingskassetten volldröhnt. Man muß bei den "besseren", klimatisierten Bussen immer damit rechnen, dass die Leistungsfähigkeit der technischen Ausstattung bis zur Schmerzgrenze der Passagiere ausgereizt wird. Man sieht immer wieder AC-Busse, deren Insassen sich vor Kälte schlotternd in die Vorhänge oder andere verfügbare Weichmaterialien wickeln. Die Leute scheinen jedoch den Stolz des Fahrers auf die Leistungskraft des Equipment soweit zu teilen, dass sie diesen Tribut an die Technik klaglos auf sich nehmen. Nach Umsteigen in Chum Phae (die Musikbox rollt weiter nach Khorat), geht’s die letzten 80 km wieder mit einem Non-AC Regionalbus weiter, natürlich mit den entsprechenden Abstrichen an der Reisegeschwindigkeit, vor allem dank der wiederum endlosen Abfahrtsprozedur. Diese versucht der Fahrer jedoch später, durch einige Überholmanöver wieder wettzumachen, bei denen wir uns einen guten Eindruck von der stabilen Verfassung seiner Nerven machen können. Wir nehmen an, er kennt alle entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer und kann sich daher auf deren freundliche Bereitschaft verlassen, zurückzustehen. Jedenfalls grüßt er sie immer, nachdem sie über den Straßenrand hinausgeflüchtet sind. Gegen 15 Uhr kommen wir in Khon Kaen an, ohne zu wissen, wohin wir uns wenden sollen. Da wir nicht geplant hatten, hierher zu kommen, haben wir keine Informationen dabei. Wir überlassen die Auswahl unserer Unterkunft daher diesmal dem Thuk-Thuk-Fahrer. Der meint, das "Roma Hotel" sei für uns das richtige, denn dieses sei "number one". Und recht hat er - zumindest zum Teil. Das Roma ist zwar bestimmt nicht mehr "number one" (aus der Ferne gewahren wir z.B. auch ein Sofitel), war es aber vielleicht mal, in der Zeit, als der Thuk-Thuk-Fahrer auch noch jünger war. Und heute ist es zwar gebraucht, aber die Zimmer verfügen über alles, was ein komfortables Hotelzimmer ausmacht, es ist sehr zentral gelegen und somit für 330 B extrem preiswürdig. Dies Prädikat gilt auch für den Thuk-Thuk-Fahrer selbst: 30 B für Transport und exzellentes Accomodation-Consulting. M. ruht sich noch aus, ich gehe auf erste Orientierung und treibe einen Stadtplan auf. Khon Kaen hat zwar erwartungsgemäß "nichts zu bieten", bietet aber zumindest alles Positive, was man in einer thailändischen Stadt erwarten darf, vor allem viel gutes Essen und viel zu kaufen. Und dazu, haben wir den Eindruck, eine besonders nette Aufnahme, wohin man auch kommt. Wir stellen fest, dass dies der am wenigsten touristische, also "echteste" Ort der ganzen Reise ist - wer fährt schon nach Khon Kaen? Das scheinen sich auch die Khonkaener zu fragen, und sie freuen sich, wenn’s einer trotzdem tut. M. steigt wieder in die normale Ernährung ein, mit bekömmlicher Kost: Khaao naa pet, Fleisch von Ente an Reis, mit süßsaurer, soja- und nußorientierter Soße und klarer Gemüsesuppe, alles für 20 B (üblich für ein Gericht am Straßenstand). Hier kann man den ganzen Tag auf der Straße leben, bzw., was die meisten tun, sich von der Straße das Essen mit nach Hause nehmen - das Beste was’s gibt! |