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09.11. Vientiane - Nong Khai Ich gehe nochmal zur Schule wegen der Tonaufahmen. Es wird aber nicht vorgelesen, sondern hauptsächlich Schreiben geübt. Komme dafür mit einem jungen Mönch ins Gespräch. Wir reden über den Mekong (er kommt von den 4.000 Inseln im Süden) und ob dessen Name eine Bedeutung hat. Er entschuldigt sich für sein bescheidenes Englisch, er lerne erst seit einem Jahr. Dann muß er zum Englischunterricht. Weiterlernen? Nein, als Lehrer! Seine Schüler lernen eben erst seit weniger als einem Jahr. Er ist einverstanden, dass ich ein bisschen dazukomme und ein paar Bilder mache. Ca. 6 etwa gleichaltrige Mönche sitzen schon in den Schulbänken. Der Schüler-Lehrer fängt an, unterrichtet sogar in englisch, im Verhältnis zu dem, was er selbst bisher gelernt hat, eigentlich sehr gut. Ich erinnere mich an meinen eigenen Russisch-Unterricht und zolle Respekt. Vor der Abfahrt noch einige Versuche, die übrigen Kip loszuwerden, für hübsche, aber nicht gerade dringende Dinge. Um 10:15 steigen wir in ein uraltes Toyota-Taxi, um zur Grenze zu fahren, ca. 25 km östlich.
Kurz vor dem Ziel tut
es einen Knall, und die Windschutz- Wir lassen uns zuerst zu Thai Airways fahren und bekommen einen Flug von Khon Kaen nach Bangkok, optimal auf unseren Rückflug abgestimmt. So können wir die Nacht vorher noch in einem feststehenden Bett verbringen statt wie ursprünglich geplant im Schlafwagen. Dann ins Sawasdee Guesthouse, für uns eine schon zweifach bewährte Adresse. Wie man es gern überall hätte, in einem historischen Shophouse mit gemütlichem Atrium, vorbildlich betrieben von Booi, dem Sohn ("VIP Room" mit kompletter, funktionierender Einrichtung incl. Fridge und TV, 380 B). Dafür kann sich Booi an die Tür zu den Privaträumen der Familie mit Recht ein großes Schild ‘Manager’ heften. Er erkennt mich sogar wieder, obwohl es schon zwei Jahre her ist, dass wir zuletzt für eine Nacht hier waren. Das freut mich natürlich besonders. Bummel über den Grenzmarkt, dann mit dem Thuk-Thuk zu ‘Village Weavers Handycraft’, einer christlichen Initiative der ‘Good Shepard Sisters’, die durch Organisation und Vermarktung der traditionellen dörflichen Weberei etwas gegen die notgedrungene Landflucht der jungen Mädchen aus den Isaan-Dörfern tun will. Ich sehe über die christlichen Hintergedanken an der ganzen Sache hinweg und erstehe ein indigo-naturgefärbtes Hemd in uralter Mutmee-Webetechnik. In jeder Hinsicht eine gute Tat, für die Mädels vom Dorf und für mich, und für unsere Verhältnisse auch gar nicht teuer (550 B). Wir feiern die Rückkehr zur thailändischen Küche mit Tom Yam Gung und Yam Wun Sen, sauer-scharf, raffiniert und langanhaltend brennend. Im Hintergrund läuft natürlich der Fernseher, mit den Abendnachrichten. Diese erkennt man daran, dass fortwährend festlich herausgeputzte Menschen auf die Knie fallen, d.h. an der Hofberichtserstattung. Da es täglich eine Menge vorbildlicher Einrichtungen zum Einweihen oder hochverdienter Gäste zum Empfangen gibt, und da die königliche Familie über vier selbständig einweihungs- und audienzfähiger Mitglieder verfügt, macht diese Sparte can ¾ der Abendnachrichten aus. Bis wir gegessen haben, sind auf dem Bildschirm weit über 100 Menschen der Reihe nach zu Boden gesunken, erst alle vor der Königin, und zum Schluß die Königin selbst vor einem Mönch. Nachdem alle drunten sind, kommt Kosmetik-Reklame und dann die Fortsetzung eines Serien-Melodrams. Viele wunderschöne Frauen, die aber offenbar alle ganz unglücklich sind. Die drei Serviermädels sind ganz ergriffen. Die haben’s freilich besser: Vielleicht sind sie nur fast so schön, aber dafür, wenn sie gerade nicht am TV mitleiden müssen, total gut drauf! |