08.11. Vientiane

Frühstück auf dem Balkon mit Gebäckteilen von der Scandinavian Bakery am Nam Phou. Dann ein Versuch zur Vertiefung der Landeskenntnis durch Besuch des Lao Revolutionary Musem. Der schlägt leider fehl: das koloniale Gebäude ist dicht, kein Hinweis auf irgendeine Öffnung. Wir gehen durch einen Hintereingang aufs Grundstück und erhalten verschiedene Auskünfte: Ein Wachmann meint nein, da sei nichts mehr, vielleicht später wieder in der gegenüber in Bau befindlichen ‘Lao Cultural Hall’, einem total überdimensionierten, vielstöckigen Gebäude im Tempel-Stil. Ein Maler, der im Museum zugange ist, streckt den Kopf aus dem Fenster und meint: doch, er malt jetzt erstmal, und in ca. einem Monat könne das Museum wieder geöffnet werden. Unterschiedliche Einschätzungen zur Zukunftsperspektive der revolutionären Vergangenheit.

Damit Vormittag zur freien Verfügung. Wir gehen unterschiedlicher Wege, die führen uns jedoch beide in dieselben Tempel, die entlang der Thanon Setthirathat wie die Perlen aneinandergereiht sind. In dem Laotisch-Sowjetischen Kulturhaus, in dessen Fenstern das letzte Mal noch ein paar verblichene Fotos an die vergangene Völkerfreundschaft erinnert haben, residiert heute eine Edelstein-Company. Mittagessen im Thai-Restaurant gegenüber, sehr gut, Ecke Setthatirat / Khun Bulom.

 

Leistungskurs Zähneputzen

Nachmittags geht Marlis auf den Markt, ich gehe nochmal zum Wat Impeng, um vor der dazugehörigen Grundschule Tonaufnahmen von den Sprechchören der Kinder zu machen, die so das Lesen lernen. Die Disziplin ist nachmittags aber schon ziemlich strapaziert, eindrucksvolle Geräuschkulisse zwar, aber hauptsächlich wirres Geschrei, durch das nur ab und zu der rhytmische, fast wütend wirkende Lesechor dringt - nur aus einer Klasse, während die andern, teilweise ohne Lehrkraft, tobend ‘Stillbeschäftigung’ betreiben.

Am Abend Abschiedsspaziergang an der Mekong-Promenade und zum Inder: Nazim-Restaurant, dessen Niederlassung in Luang Prabang wir so schätzten. Essen ebenso, aber drumherum nicht so ambitioniert wie dort. Zum Schluß noch ein Bier in einem kleinen Gartenlokal an der Ecke zum Nam Phou, auf dem Grundstück eines verfallenen kolonialen Hauses, das durch effektvolle Beleuchtung zur phantastischen Hintergrundkulisse wird. Hier scheint jemand in Paris Design studiert zu haben. Frisches Beerlao vom Faß, Glas 0,35 = 2.000 k, 1 l Krug = 5.000 k. Demnächst auch Wein-Bar im Innern des stimmungsvollen Gemäuers. Vientiane ist eine wunderbare Stadt: klassisch-asiatisch, und ein dezenter Schuß Lifestile.