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07.11. Vang Vieng - Vientiane Im Morgengrauen stapfen wir zum Bus. Die Busse nach Vientiane fahren nach folgendem Fahrplan: Von 5:40 bis 6:20 im 20-Minuten-Takt, dann wieder um 13 Uhr. Nach langem inneren Kampf haben wir uns für den um 6:20 entschieden, um in Ruhe in Vientiane Quartier machen zu können. Zwar stehen wir um diese Zeit meistens schon auf; aber zu der Zeit schon in einem Bus zu sitzen, ist etwas hart, zumal es einen um die Ruhe aller morgendlichen Verrichtungen bringt. Als wir die Hauptstraße entlangwanken, biegt der 6-Uhr-Bus um die Ecke. Er bleibt stehen, um uns mitzunehmen. Hier haben die Busfahrer, völlig ungewohnt für uns, ein Interesse daran, Leute mitzunehmen. Angenehm für die Mitgenommenen, die dafür nur in Kauf nehmen müssen, dass auch in der Folge alle paar hundert Meter immer wieder angehalten wird. Manchmal auch, wenn einer, der schon drinsitzt, am Weg kleinere Erledigungen hat, z.B. sich von Verwandten verabschieden oder ein Huhn kaufen. Von dem unversöhnlichen Gegensatz von Individual- und Massenverkehr, der bei uns jedem Sozialkundeschüler und Leser des SZ-Verkehrsparlaments geläufig ist, will man hier partout nichts wissen, praktiziert einfach gemeinsamen Individualverkehr. Und dann, in irgendeinem kleinen Nest, steigt auf einmal eine Frau mit einer großen, sehr gut erhaltenen Aldi-Tüte ein. Ein Zeichen, dass wir der nächsten Filiale schon wieder etwas nähergekommen sind. Der Bus scheint ein emeritierter Stadtbus zu sein, mit Halteschlaufen und Klapptüren. Die funktionieren sogar automatisch: Immer wenn der Bus bremst, fallen sie auf, wenn er beschleunigt, fallen sie wieder zu. Ca. 40 km vor dem Ziel kommt dichter, beißender Qualm hinter dem rechten Hinterrad raus, und alle halten sich was vor die Nase. Von da an hält der Fahrer alle paar km, läuft einmal um den Bus rum und fährt weiter. Das ist auch besser, denn wenn er steht, ist sofort der ganze Bus verpestet. Auf einer Wolke reiten wir in die Hauptstadt hinein. Beim Aussteigen kaufen wir einer Frau, die vor dem Bus auf dem Boden sitzt, zwei kleine Zitronenblatt-Bäumchen ab. 3.000 k. "Danke schön", sagt die Frau. Sie hat in Potsdam Briefe sortiert. Bis 1986, dann hat sie noch rechtzeitig die Kurve gekriegt, bevor die befreundeten Völker ihren Teil der "Wende" abbekamen.
Wir kommen bestens unter im Hotel "Day Inn", sehr freundlich renovierter Altbau. Lichtdurchflutetes Eckzimmer mit Balkon, helle Rattan-Möbel, großzügiges Bad mit Stadtblick (25 USD). Nach über zwei Wochen machen wir mal wieder einen Fernseher an. Das erste, was wir sehen, ist der Papst. Somit beenden wir das Programm gleich wieder und machen uns auf. Wir gehen vietnamesische Baguette-Sandwiches essen und alte Buddhastatuen anschauen (Haw Phra Keo, Wat Sisaket). Vor zwei Jahren gab es noch unbefestigte Straßen in der Innnenstadt. Das ist vorbei; auch die schöne Uferpromenade wurde "saniert". Das Ziel ist noch nicht ganz ersichtlich, weil immer noch gebaut wird. Aber die Leute haben immer noch ihre Gemüsegärten am Flußufer. Und auch sonst ist es immer noch die gemütlichste Hauptstadt, die es gibt. Am Abend zwei halbe Grillhendl, Klebreis, Papaya-Salat und Bier. Hier sind also die Hühner, deren Füße auf den Grills der Provinz brutzeln. |