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05.11. Luang Prabang - Vang Vieng Heute geht’s weiter. Ein herrlicher Morgen, zum ersten Mal strahlend blauer Himmel. Gleich hinter Luang Prabang geht’s hinauf in eine atemberaubende Berglandschaft. Die Straße bleibt fast immer ganz oben, so dass man nach beiden Seiten Fernblick hat.
Hinter uns sitzt ein Soldat mit Maschinenpistole. Noch vor zwei Jahren hat man uns von dieser Strecke abgeraten, da Banditenüberfälle nach wie vor nicht auszuschließen seien. Bis vor kurzem sollen diesen pro Jahr ca. ein dutzend Menschen zum Opfer gefallen sein. Nur hier werden namentlich ausgestellte Tickets ausgegeben und vor der Abfahrt die Insassen anhand der Passagierliste durchgezählt. Am Anfang und am Ende der gefährdeten Strecke zwischen Luang Prabang und Kasi steht ein Kontrollposten, der die Liste überprüft. Dann weiß man wenigstens, wen’s erwischt hat, wenn es wieder mal jemanden erwischen sollte. Kurz vor Kasi taucht die grandiose Dolomitenlandschaft im Dunst auf, der der Tourismus in Vang Vieng seinen ebenso steilen Aufstieg verdankt. Hier trifft sich heute die Jugend der (westlichen) Welt, Verkehrssprache amerikanisch. Trekking, Hiking und Biking sind angesagt - und vor allem "Caving" (Es gibt rund ein Dutzend Kalksteinhöhlen ringsum). Quartiersuche schwierig, da ziemlich voll und es schon dunkel wird. Wir kriegen im Guesthouse Kiane Thong ein Zimmer, sehr einfach, aber sehr sauber (2.000 k). Der Abfluß vom Waschbecken endet kurz über dem Boden, daher werden beim Händewaschen die Füße immer gleich mitgewaschen, was wiederum der Sauberkeit des Bodens zugutekommt. Wir fallen zum Abendessen
in die Bungalowanlage am Fluß, Terrasse mit schöner Aussicht.
Allerdings hat man davon wenig, weil es stockdunkel ist, nur ab und zu
sieht man Taschenlampen von Leuten, die durch den Fluß waten. Man
hat uns offenbar Seniorenteller zugedacht, sehr aufmerksam, drittel Portion
zum vollen Preis, auch geschmacklich Schonkost. Um uns herum lautes englisches
Palaver. Dann greift ein älterer Laote, wahrscheinlich der Besitzer,
zur Klampfe und stimmt "Love me tender" an. Bei den folgenden
Simon & Garfunkel Songs fällt ein ebenfalls etwas älterer
Laote vom Nachbartisch ein und singt die zweite Stimme, ist also Garfunkel.
Hier scheinen sogar die Laoten Amis zu sein; wahrscheinlich Exilanten,
die jetzt als Investoren zurückkommen.
Wir wandern in die kleine Kneipe gegenüber ab, die "Moni Restaurant" heißt. Trotzdem wird keine bayerische Folklore geboten. Als wir nach Moni fragen, erfahren wir, dass der kleine Sohn des Besitzers so heißt, in Abwandlung des Namens des Sohns seiner in Paris lebenden Schwester, der "Minou" heißt. Moni sen. hat in Pakse ein französisches Collège besucht, später in China ein Jahr im Zementgeschäft gearbeitet und dort neben Chinesisch auch Russisch gelernt. Heute lernt er Englisch für die Touristen. Wir versuchen uns abwechselnd in den verschiedenen Sprachen - außer Chinesisch. Der Abend im "Moni" klingt vor dem Hintergrund Thailändischer Schnulzen aus. Da weiß man wenigstens, wo man ist. |