04.11. Luang Prabang

Wir haben einen Tag verlängert und machen Urlaub. Spaziergung über den Phou Si in die Stadt. Manchmal kommt die Sonne ein bisschen durch.

Am Nachmittag zum Wat Pha Baat Tai über dem Fluß, den besten Sonnenuntergangs-Platz der Stadt. Nur ist natürlich keiner. Auch die malerischen Sandbänke, auf denen das letzte Mal ein Fischer sein Netz ausgeworfen hat, sind nicht mehr da, stehen unter Wasser. Schön ist’s trotzdem.

Zur Dämmerung zurück zum Phou Si, um den angestrahlten Stupa in blauem Mischlicht aufzunehmen. Die Aktion wird durch ein kleines Extra belohnt: Abendandacht im Wat Mai. Klassische Szene vor der stilechten Figurengruppe. Anschließend kleines Gespräch mit einem jungen Mönch. Was er jetzt noch macht? Er muß noch lernen. Er kommt aus dem Dorf, lernt im Kloster seit drei Jahren, träumt vom Studium in Vientiane. Nur auf dem Weg übers Kloster werden die meisten Jungen von den häuslichen Reproduktionsabhängigkeiten und -pflichten freigestellt in erhalten die Chance zu höherer Bildung. Die hiesige Form der gesellschaftlich organisierten Elitebildung, moralische Prüfung inbegriffen.

 

Das Auge isst mit: Laap, laotische Leibspeis'

Am Abend zu Malee Lao Food, eine Institution seit langem und in jedem Reiseführer gerühmt. Sie kann es sich daher leisten, sich dem Trend zum Design komplett zu entziehen: von außen sieht das Restaurant aus wie eine Autowerkstatt, drei offene Garagentore. Innen ist die Dreifachgarage schlicht möbliert, Neonlicht, verstaubte Flechtwaren als Raumschmuck an den Wänden ringsum, in der Ecke ein Fernseher, vor dem die Familie sitzt. So muß es schon gewesen sein, als dieses Land noch unbereisbar war - außer dem Fernseher wahrscheinlich. Die Szene dahinter - primitive Kochstelle in schummrigem Licht, Holzstiege hinunter zum Hof mit Häuschen - führt in noch frühere Zeiten zurück.

Zwischen allem waltet die Chefin, schön, elegant und charmant, im grünen Jackett, passend zur Farbe ihrer Speisen. Die Laotische Küche bezieht ihren Geschmack aus dem verschwenderischen Einsatz von frischem Grünzeug jeglicher Art, hier vorwiegend Wasserkresse. Das kann recht angenehm schmecken, wirkt jedenfalls ziemlich gesund - und das ist ja auch nicht schlecht.

Im Wat Manolom neben unserem Guesthouse haben sie sich eine ganz besondere Neuerwerbung geleistet: einen großen Stern aus blinkenden Lämpchen, der pausenlos in einem dünnen, fiependen Elektro-Ton die schönsten Weihnachtslieder des Abendlands von sich gibt. Als wir das Tempelgelände überqueren, ertönt ‘Stille Nacht’, sekundiert von 1000 Grillen der Umgebung.