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02.11. Luang
Prabang Die Sterne sind weg; erneut schwere Wolken, aber trocken, und für hiesige Breiten ausgesprochen kühl.
Wir haben ja alles schon mal gesehen, können daher einfach ganz zwanglos herumlaufen. Einige Tempel, Markt, Geldwechseln, die Hauptstraße entlang und am Fluß. Das Luang Prabang der Einheimischen hat sich kaum geändert, das der Touristen sehr. Nach wie vor kein großer Hotelkomplex, aber viele neue Guesthouses, Shops und vor allem Restaurants, fast immer mit Geschmack und Ge spür dafür, was bei den Kulturreisenden ankommt. Man setzt alles auf eine Karte, die dieser Stadt zukommt wie kaum einer anderen: klassisches Asien, Indochina-Nostalgie. "Heritage" allenthalben in Form von Kunsthandwerk und Dekor - alles Kultur, alles echt, alles richtig schick. Erst am Abend flackern allenthalben die bunten chinesischen Lichterketten auf, traut man sich, das strenge geschmackliche Korsett, das das "Weltkulturerbe" verordnet, ein bisschen zu lockern und der Freude am banal-bunten ein wenig die Zügel zu lassen. Wir gehen gleich zweimal zu dem neuen indischen Restaurant gegenüber dem Wat Vixou. Nach der Woche zwischen redlicher laotischer Reisnudelsuppe und mehr oder weniger geglückten Plagiaten thailändischer und vietnamesicher Küche wie eine Offenbarung. Was man aus Gemüsen alles machen kann, wenn man kochen kann! Wir hatten sowieso schon mehr und mehr zum Vegetarischen tendiert, denn für die klägliche Nebenrolle, die die Fleischzutat in den hiesigen Mischgerichten spielt, sollte man die Viecher lieber leben lassen. Dafür lohnt es nicht zu sterben, zumal auch Menge und Beschaffenheit dessen, was diese Tiere auf den Rippen haben, höchstens für deren eigenes Überleben ausgelegt scheint, geschweige denn für das anderer, ein solches Opfer daher als absolut unverhältnismäßig erscheinen läßt. Wenn man bei uns von freilaufenden Hühnern spricht, so müssen die hiesigen die Physis von Marathonläufern haben. Darüberhinaus ist man beim Inder nicht nur nett zum Gast wie überall, sondern bietet Tischservice. Alles kommt so auf den Tisch, wie man es zum Essen braucht, nicht wie es dem Bedienenden gerade am Weg liegt (erst der Reis, wenn der kalt ist, das Gericht, und wenn beides kalt ist, das Besteck). Die Inder scheinen überhaupt sehr korrekt zu sein. Die Kellner sind richtige Respektspersonen, so dass man schon aus Ehrfurcht Trinkgeld gibt - fast wie in Deutschland. |