01.11. Pakbeng - Luang Prabang

In der Nacht hat es heftig geschüttet - kein gutes Vorzeichen für unsere Bootsreise. Am Morgen dichte Wolkendecke.

Versuch, im großen Guesthouse oberhalb der Bootsanlegestelle rasch zu einem Frühstück zu kommen, um auf jeden Fall wegzukommen. Ein älteres schweizer Ehepaar sitzt schon da und kommt, obwohl von einem Diethelm Travel Guide begleitet, nur über Trial & Error zu seinen Wunschkomponenten. Sie wollten eigentlich nur Brot + Butter + Jam, bekommen aber zwei belegte Baguettes, eines mit Ei, das andere mit Käse. Vielleicht wollte man den Schweizern mit dem Käse eine Freude machen. Die aber lächeln etwas gequält und tragen erneut ihren eigentlich bescheidenen Wunsch vor. Die belegten Baguettes bleiben stehen.

Wir hatten eigentlich auch was bestellt, aber das existiert nach 20 min. weiterhin nur auf dem Bestellzettel. "Sie können ja zwei belegte Baguettes haben, die sind noch frei", vermittelt der Diethelm-Guide. Auch recht. Hoffentlich gefällt den nächsten dann das, was wir bestellt haben. Auf dem Boot nach Luang Prabang (40.000 k) kann man sich zunächst locker verteilen; 5 Ausländer und etwa ebensoviele Inländer. An der Einstiegsluke ist ein Deckel in dem durchgehenden, ca. 1m hohen Dach, so dass man dort stehen oder sich auf den Rand des Dachs setzen kann. Um 9 geht’s los - wie angenehm, so eine Schiffsfahrt. Nur leicht schwingend gleitet das Boot dahin; man sollte dieses Land eigentlich nur per Boot bereisen.



Passagiere mit Handgepäck steigen zu

Leider wird die Klappe nach einer guten halben Stunde zugemacht, denn es fängt zu regnen an. Und beides bleibt so bis zum Ende der Fahrt. Nur das großzügige Raumangebot bleibt nicht, denn es steigen immer mehr Leute zu. Zuletzt hilft ein ganzes Dorf mit, um die Fracht, die einige ihrer Mitbürger mit auf die Reise nehmen wollen, aufs Boot zu hieven. Holzbündel, riesige Säcke mit vermutlich der ganzen Jahresernte. Jetzt kann sich endgültig keiner mehr vom Platz bewegen. Und jetzt bricht endgültig die Sintflut herein. Auf einer Seite (wo auch ich sitze) peitscht der Regen erbarmungslos herein, in wenigen Augenblicken ist man durchnässt. Einige versuchen, auf die Säcke in der Mitte zu flüchten, werden aber aus Gleichgewichtsgründen wieder zurück in die Nässe beordert.

Kurz vorm Ziel läßt es ein wenig nach, bei der Ankunft in Luang Prabang (17 Uhr) geht’s jedoch nochmal voll los. Für uns, die wir vor zwei Jahren hier eine ganze Woche in strahlender Sonne erlebt hatten, ein ernüchterndes Erlebnis. Das Wetter geht uns inzwischen etwas an die Nieren. Die zwei Tage, an denen wir etwas Sonne am nötigsten gehabt hätten - Fahrradausflug in Muang Sing und nun die Mekong-Tour - sind komplett im Wasser untergegangen.

Wir lassen uns ins Guesthouse Bane Lao fahren. Haus im späten Kolonialstil (50er Jahre) mit illustrer Vergangenheit - in den 60ern bis Mitte der 70er Hauptquartier einer US-"Hilfs"organisation, also Kommandozentrale der verdeckten Militäroperationen im Lande, nach Rückgabe in Privatbesitz, seit 1998 Guesthouse. Mit Garten und großem überdachtem Restaurant. Unser bestes Zimmer bisher, was diesmal auch dringend nötig ist (10 USD im Parterre).

Am späten Abend Sternenhimmel. Wie schön.