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30.10. Luang Nam Tha - Udomxai Wir sind um 7 an der Busstation. Die Wolken hängen in Griffhöhe herunter. Um 7:15 kommt der Bus, wir besetzen einen guten Platz und Marlis hält die Stellung. Während ich im Kreis um den Bus herumlaufe, damit die Zeit vergeht (Abfahrt offiziell 8:00, also frühestens 8:15), kommt von innen die Hiobsbotschaft: "Die mit den Fröschen ist wieder da!" Die Frau war schon gestern mit uns aus Muang Sing gekommen, mit einem Eimer voller Frösche und zwei Säcken desselben oder ähnlichen Inhalts. Diesmal sitzt sie schräg hinter uns, und im Nu ist der ganze Bus erfüllt mit beizend-fauligem Gestank. Der Bus füllt sich, alle rümpfen in alle Richtungen die Nase, schauen sich gegenseitig prüfend an. Der Bus fährt los, alle halten sich entweder Tücher vor die Nase oder halten, wenn möglich, den Kopf zum Fenster raus. Nur die mit den Fröschen sitzt stoisch da. Nach gut einer Stunde hält der Bus abrupt in freier Berglandschaft.
Der Fahrer geht prüfend um den Bus herum, steigt hinten wieder ein, deutet auf die mit den Fröschen und sagt was - vermutlich sowas wie "raus mit den Zeug, aber dalli!" Spontane Erleichterung, ja Begeisterung im ganzen Bus. "Oh-oh-oh-oh!", alle lachen sich gegenseitig an, es sind ja nur Frösche. Dabei hatten die Einheimischen schon gedacht, die Touristen stinken so, und umgekehrt. "Sono i rane", sagt der Italiener auf dem Stehplatz in der vorletzten Reihe in analytisch näselndem Ton. Die Säcke landen hinten in einer Klappe über dem Motor. Gut, dass der Fahrer bei der Gelegenheit das Fahrzeug besichtigt hat, denn schon ist auch der erste Reifenwechsel fällig.
Und die Sonne bricht durch! Seit fast einer Woche haben wir sie nicht mehr gesehen. Das Beinevertreten anläßlich von Froschverladung und Reifenwechsel wird zum Osterspaziergang. Wir kommen um 14 Uhr in Udomxai an. Knapp 6 Std. statt 4-5 laut Reiseführer, aber dafür waren zwei Reifenwechsel inklusive. Udomxai, Boomtown von Nordlaos, an der Kreuzung der beiden einzigen Fernverbindungen, steht mitten im Aufschwung des China-Handels. Großer Markt, viel Plastik. In den Guesthouses weiß man, was man verlangen kann. 35.000 k für ein etwas abgerammtes Zimmer, allerdings mit speckiger Plüsch-Polsterecke. Auch haben wir Badewanne und 3 (drei) Duschen verschiedener Generationen, aber keine Handtücher. Auf mein Begehr hin reicht man mir einen winzigen, klatschnassen Lappen. Am Abend gehen die Lichter immer nur für ca. 10 min. an, dann tut's irgendwo einen Knall mit Blitz, und alles wird wieder dunkel. Candlelight-Atmosphäre in allen Kneipen. Der Ort flaniert gemütlich im Dunklen die Hauptstraße auf und ab. "Nichts sehen und nicht gesehen werden" ist das Motto. Erst als allmählich alle ins Bett gehen, bleibt der Strom. Eine energieschonende Nachtstrom-Regelung.
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