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Tagebuch: Marlis Küpper |
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Abreise aus dem „Paradies“ zur Grenze nach Kambodscha. Um 8 Uhr stehen die Motorradfahrer vor der Tür. Ziel ist der Bootsanleger unterhalb der Wasserfälle. Wir steigen mit unserem Gepäck auf und werden entlang der alten Eisenbahnstrecke dorthin gefahren. Wir überqueren einen schönen Sandstrand, wo auch Kioske und Sitzgelegenheiten stehen, und steigen in ein kleines Boot. Mit unserem sympathischen „Kapitän“ durchqueren wir den Mekong. Eine wunderschöne Flusslandschaft zieht an uns vorbei. Nach ca. 30 Minuten Stopp auf einer kleinen Insel. Hier sind die Irrawady-Delphine zu besichtigen, und dass die Insel schon in Kambodscha liegt, kann man auch gleich merken: Die herumstehenden Bierflaschen heißen nicht mehr „Lao“ sondern „Angkor“. Eines der Säugetiere sehen wir dann auch wiederholt aus dem Wasser springen, um Luft zu holen. (Wir bekommen von einem Fischer ein Angebot (30 $), uns zur Grenze und weiter nach Kambodscha, in die Stadt Stung Treng zu bringen. Wir schlagen aus - und dies war ein Fehler: An der Grenzstation müssen wir dann mehr (40 $ vor dem Handel und 32 danach) für die weitere Beförderung zahlen.) Weiter geht es mit unserem Boot zur laotischen Grenzstation Veun Kham, um auszuchecken. Eine lehmige, steile Böschung hinauf bis zur Passstelle, und den Ausreisestempel bekommen wir für 2 $ pro Person. Wir müssen ein neues Boot chartern, das uns zur kambodschanischen Grenze bringt, die auf einer Mekong-Insel postiert ist. In einer Hütte auf Stelzen werden unsere Visa geprüft, und für 3 $ pro Person bekommen wir den Einreisestempel in den Pass. Mit dem Speedboat geht es jetzt nach Stung Treng. Wir sind die zahlenden Reisenden (der ausgehandelte Preis gilt immer für das ganze Boot), ein paar lokale Trittbrettfahrer sitzen auch schon im Boot bzw. werden im nächsten Dorf von der Schule abgeholt. So kann man leicht gute Taten tun, und die Götter sind einem so immer wohl gesonnen! Die Fahrzeit nach Stung Treng mit einem moderat düsendem „Kapitän“ beträgt 1 1/2 Stunden. Die Fahrt lohnt sich, da die Flusslandschaft immer neue Blicke zu bieten hat. In Stung Treng angekommen, werden wir gleich auf unverwechselbar kambodschanische Weise begrüßt: umringt von einer Traube von Jungs, die uns alle in verschiedene Richtungen zerren wollen - jeder in ein anderes Guesthouse oder Hotel. Da wir eh nur einen glücklich machen können, folgen wir dem Werber für das „Sekong Hotel", wo wir eh hin wollten. Nach erster Besichtigung ein kurzer Zweifel, ob wir uns nicht doch noch was anderes anschauen sollten - aber was soll's, es ist ja nur für eine Nacht (s. Kasten). Auch der Ort unverwechselbar kambodschanische Szenerie. Wie
in allen Städten, aus der kolonialen Vergangenheit einige Gebäude
und großflächige, mit Grünanlagen gezierte "Boulevards".
Nur wirken diese hier noch großflächiger - und dadurch noch
deplazierter: wie die Kulisse eines eleganten Spektakels,
die man einfach stehen gelassen hat, obwohl die Aufführung
längst vorbei ist. Das heutige Leben scheint weder das
Bedürfnis nach Stadtverschönerung hervorzubringen noch die
Mittel dazu, und deshalb ersetzen weiße, rosa und hellblaue
Plastiktüten die Blumen in den Rabatten. |
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