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Tagebuch: Marlis Küpper |
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Das Boot geht um 8.30 Uhr. Alles wie gewohnt: der Fernseher flimmert und die Air-Condition rattert. Der Innenraum ist gut gekühlt und beschallt. Wer das nicht mag, kann aufs Dach steigen und sich den Wind um die Ohren blasen lassen. Tipp: unbedingt Ohrenstöpsel und eine warme Jacke bereit halten . Die Fahrt auf dem Mekong bis nach Kratie dauert 3 1/2 Stunden. Dabei geht es kreuz und quer über den Fluss, streckenweise auch wieder rückwärts. Dies wohl alles, weil der Mekong schwierig beschiffbar ist mit seinen Stromschnellen, Untiefen und was weiß ich für Hindernissen! Die Fahrt ist landschaftlich zwar nicht sensationell, aber recht beschaulich. Mit der Gemütlichkeit ist es aus, als das Boot in Kratie anlegt. Entsprechend der Anzahl der Hotels in diesem Ort, und das sind nicht wenige, stürmen junge Burschen auf die Touristen zu, und das sind nicht viele, um sie in „ihr“ Hotel abzuschleppen. Mit vielen Worten und Fotomaterial unterbreiten sie den Ankommenden, was das Beste für ihn ist. Einer von uns bleibt beim Gepäck, und einer geht zwecks Besichtigung mit dem Burschen mit, und nach der zweiten Besichtigung treffen wir die Entscheidung. Unsere Wahl fällt auf ein ganz neues Hotel namens „Oudom Sambath“ - abermals schauerlich-schöner Asien-Barock, aber eben blitzblank geleckt. Wir wohnen im obersten Stockwerk und haben ein riesengroßes Zimmer mit direktem Zugang zu der noch riesengrößeren Dachterrasse mit fantastischem Blick über den Mekong. Geschmacksfragen hin oder her - besser kann man für 6 US-$ (i.W.: sechs! - wenn man die AC nicht benutzt) nicht unterkommen! Kontakt: fon 012 965944, 011 703778, 072 971502 |
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Wir verschaffenen dem Burschen und seinem Freund eine zweite Einnahme: Motorrad-Ausflug ins 40 km nördlich von Kratie gelegene Städtchen Sambor und dort zur modernen Pagode „Wat Tasar Moi Roi“. Die Fahrt auf dem Moto ist anstrengend aber lohnt sich. Der Ort zieht sich entlang einer relativen guten Strasse hin. Gesäumt ist sie von wunderschönen Holzhäusern und Gärten. In den Häusern wohnen überwiegend Bauern, Fischer und Kleinhändler, die dort ihre kleinen Läden betreiben. Im Hinterland wird Reis, Obst und Gemüse angebaut, tummeln sich viele, viele Büffel und Kühe. Auf der Strasse den Schweinen ausweichen zu müssen, ist auch keine Seltenheit. Der Tempel "Tasar Moi Roi", beansprucht vor allem durch seine 100 Säulen (so auch der Name) Berühmtheit. Die sei ihm, obwohl wir nicht nachgezählt haben, gegönnt. Ansonsten zeigt sich auch hier: "größer" und "besser" sind verschiedene Dinge, und "schöner" erst recht. Und es zeigt sich: Den - in Mietshaus-Manier meist zweistöckigen - buddhistischen Tempeln dieses Landes scheint in besonderem Maße abhanden gekommen zu sein, was ihre kleinen, feinen historischen Vorgänger so besonders auszeichnete: das Gefühl für Linie und Proportion. Allerdings muß man auch einräumen: Im Gegensatz zu den benachbarten Ländern gibt es hier gar keine historischen Vorbilder mehr, an denen sie dies studieren könnten. Oder doch? Es soll auch einen alten Wat in der Nähe geben, aus Holz. Der wird jedoch gerade "restauriert" - zu sehen ist anstelle eines alten Wat eine neue Baustelle. Und ein dicker jahrhundertealter Baum, der dort angeblich stehen soll, ist wohl inzwischen gefällt worden. Nach einem Blick über den Mekong und einer Suppe in Sambor geht es zurück. Die Burschen lassen es sich nicht nehmen, bei den „Irrawady Delphinen“ zu halten. Eigentlich sind die die Attraktion der Gegend. Aber wir wollten keinen Boots-Trip zu ihnen machen. Vielleicht sollte man doch: Vom Ufer aus sahen wir jede Menge dieser Tiere, was bestimmt auf dem Wasser und aus der Nähe doch ein schönes Erlebnis ist. Nun ja, das nächste Mal. Die dritte Sehenswürdigkeit bei diesem Ausflug ist der Berg „Phnom Sambok“ mit seinem alten Kloster. Eine sportliche Einlage, denn es geht viele Stufen hinauf, aber es lohnt sich. Das Kloster ist hübsch gelegen, bietet einige marzialische Wandmalereien und schöne Ausblicke über die Umgebung. Die Hauptsehenswürdigkeit, die diesen Ausflug auf
jeden Fall lohnt, bleibt für uns jedoch die beschauliche
ländliche Szene, durch die er führt - Kambodscha von seiner
reizvollsten Seite. Nach 6 Stunden sind wir wieder im Hotel. Jeder Bursche bekommt 13 US$ für den
Trip. |
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