Kambodscha
2001 / 2002

Text und Bilder: Marlis Küpper

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Ausstieg

 

 

Koloniales Kompong Cham

 

Eingang von Wat Nakor

 

Apsaras bei Wat Nakor 

 

 
22.12.01: Phnom Penh - Kompong Cham

Abfahrt vom Busterminal nach Kompong Cham ist 9.30 Uhr.

Die Dörfer an der Strecke sind sehr schön. Jeder Bauernhof hat seinen Ochsen, Kokosnusspalmen, Annanas im Vorgarten, einen Teich mit Enten und das Wichtigste: im Hinterland gibt es, soweit man sehen kann: Reisfelder.

Gegen 15.30 Uhr sind wir in Kompong Cham. Wieder sind es zwei junge Burschen auf ihren Motorrädern, die uns empfangen. Sie wissen auch wieder, wo wir am Besten wohnen! Das Guesthouse ist originell und sauber, das Zimmer einfach und die Bettwäsche vielleicht schon mal genutzt?
Die Dame des Hauses hat sechs Kochtöpfe auf einem Tisch vor der Tür des Guesthouses stehen, und wir nehmen im „Restaurant“ Platz und lassen uns  Mushroom Curry, Chicken Soup, Beef, Califlower und Reis schmecken.

Wir machen unsere Erfahrungen mit der drittgrößten Stadt Kambodschas: einerseits gepflegte Plätze, andererseits alles etwas verhauen, runtergekommen, aber sehr angenehme Atmosphäre. In der City ein großer Markt. Den brauche ich, da ich mein Brillengestell zerbrochen habe. In der Abteilung, wo gelötet wird, zeige ich den jungen Handwerkern meine ruinierte Brille. In einer Stunde kann ich wiederkommen: kaum zu glauben, man sieht keine Schweißnaht, die Brille ist wie vorher. Reparaturkosten 1 US$. Gut, wenn man die Brille in Asien ramponiert, da wird so was überhaupt noch repariert!

Um 14.30 Uhr Verabredung mit den beiden Motorrad - Jungs: sie sind gute Driver und natürlich auch Fremdenführer. Sie wissen viel zu erzählen: zeigen uns Grabstätten, wo Schädel aufgetürmt liegen aus der grausamen Herrschaft des Pol Pot.
Wir fahren zum Wat Nakor und auf die Hügel Phnom Pros & Phnom Srei. Ein lohnender Ausflug!

Abendessen im besten Restaurant der Stadt: tolles Ambiente!  Ein riesiger Saal mit riesigen runden Tischen, Atmosphäre wie in einer Bahnhofshalle! Christoph entscheidet sich für ein fritiertes Huhn, dass kommt ganz schön blass und mager auf den Tisch. Ich esse Steak, na ja  –selber Schuld, wenn man nicht die einheimische Küche bestellt! Aber manchmal kriegt man halt richtig Hunger auf was, was nach westlicher Kost schmeckt.

 

 

 

Hafen in Kompong Cham

 


Mitreisende unter Deck

 

Aussicht von Deck

 

Hotel Sante Pheap

 

Warenangebot am Mekong 

23.12.2001: Kompong Cham - Kratie

In der Frühe machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem vor der Abreise mit dem Slowboat um 10.30 Uhr von Kompong Cham nach Kratie (Kratschee). Aus Mangel an anderen Etablissemets wieder im „besten Gasthaus“ am Platz gelandet. Aber außer einem blassen Omelette gibt’s nichts. Okay, dann eben Omelette!

Wir treffen unsere jugendlichen „Reiseführer“ vom Vortag wieder. Mit ihrer Hilfe finden wir auch die Ablegestelle des Bootes nach Kratie.
Das Boot ist schon gut besetzt, Hilfsbereitschaft der People im Bauch des Schiffes.  Wir werden mit unserem Gepäck in die hintere Abteilung manövriert. Das hat man vom spät ankommen: Wer zuerst kommt, hat eben die besten Plätze. Vorne wäre es ruhig und luftig! Erste Wahrnehmung im Schiffsbauch: wenn man einheimisch reist, dann geht’s nicht um Aussicht, Sonne und Ambiente. Offene Fenster gibt’s nicht, die Fenster sind mit blauen Plastikbahnen bespannt, als Schutz gegen Sonne und spritzendes Wasser aus dem Mekong.
Im Rumpf des Bootes schauen wir uns betroffen im grünlichen OP-Licht an: na ja, viel sehen werden wir vom Mekong und seiner Landschaft wohl nicht! Gut, was zu lesen griffbereit zu haben! Christoph geht nach einiger Zeit auf das Deck, und da lässt es sich gut aushalten. Ich folge für einige Zeit dorthin, will aber keinen Sonnenbrand bekommen und ziehe nach einiger Zeit wieder ins „OP“ zurück!

Hohe Flussufer ziehen dahin, schöne Wälder von Kokospalmen, Bambus und anderen riesengroßen Bäumen. Immer wieder schöne Hütten und Dörfer, Wat’s und Klöster entlang der Böschung des Mekong

Die Fahrt sollte vier Stunden dauern zum Preis von 12000 Riel. Sie dauert 51/2 Stunden. Vielleicht wegen des starken Ostwindes oder weil einzelne Fahrgäste zu ihren entfernten Dörfern gebracht wurden. Der Servicegedanke wird in Kambodscha sehr ernst genommen! Wir kommen um 16.15 Uhr in Kratie an, gehen über die Hauptstrasse gleich ins  „Sante Pheap“ Hotel.
Ruhiges Zimmer, sauber für 5 US$. Schnell geduscht und auf zu einem Spaziergang an die schöne, von großen Bäumen gesäumte Uferpromenade.
Der Mekong ist hier schätzungsweise 700-800 m breit, und am Abend wird das ansonsten rotbraune Flusswasser silbrig glänzend. Wir finden eine Bank auf einer Aussichtsplattform, wo zwei Kinder genüsslich an ihrem Baguette knabbern. Unser Appetit ist angeregt, und wir kaufen uns am Essensstand ebenfalls ein Baguette, belegt mit Pate, Kräutern und Krautsalat. Schmeckt hervorragend! Das Bier dazu ist nicht gekühlt, weil die kleinen Kneipen am Mekong keine Kühlschränke haben, nur Eiswürfel, die man ins Bier tun kann, wenn man sich traut. Wir trauen uns!

Der Ort macht einen sehr angenehmen, gelassenen Eindruck auf uns. Idyllisch am Mekong gelegen, und der Sonnenuntergang wird zu den Unvergesslichen gehören! Am Abend ins beste Restaurant der Stadt, ins „Mekong“. Dort soll es die besten Chips (Pommes) Asiens geben. Aber Chips hatten wir ja schon gestern, also heute nicht schon wieder!

In den „besseren Restaurant“ sind immer Biermädels der Brauereien unterwegs, und man wird Bestens versorgt.

In der Stadt ist wieder mal ein Fest und einen Höllenlärm. Ruhestörung, stellen wir fest, dieses Wort gibt es in Asien nicht, und auch nicht das Bedürfnis, andere beim Lärm machen gar zu hindern oder zu stören. Lärmtoleranz wie überall in Asien!

 

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