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Ja, mach nur einen Plan... Beginnen wir beim Hinflug
von München aus. Wenn das Flugzeug einigermaßen pünktlich in Bangkok angekommen
wäre, hätten wir dort am Flughafen das Mietauto wie vereinbart mittags abgeholt
und wären schon am frühen Nachmittag in Ayutthaya gewesen – das sind nur 75
km auf einer guten Autobahn, ohne den Stress der hektischen Straßen von Bangkok.
Doch wir kamen nach einer trostlosen Wartenacht im Istanbuler Flughafengebäude
mit sieben Stunden Verspätung in Bangkok an – bei Dunkelheit um acht Uhr abends.
Es war uns gelungen, dem Autoverleihbüro unsere neue Ankunftszeit mitzuteilen
und ein Zimmer zu buchen in einem Hotel, von dem wir Adresse und Lageplan auch
in Thai-Schrift dabei hatten. So gelang es uns glücklicherweise, von dem Fahrer
des Mietautos mit diesem zum Hotel gefahren zu werden, das wir alleine kaum
gefunden hätten. Direkt neben dem Hotel bekamen wir bei der sehr guten Garküche
von Jan noch ein spätes Abendessen und eine nützliche Skizze, mit der wir am
nächsten Vormittag aus dem Straßengewirr dieses Viertels herausfanden. Zuvor
brachte uns der freundliche Wirt zu einer kleinen Werkstatt, die uns den Autoschlüssel
kopierte – wir fanden, dass man einen zweiten haben sollte. Auf dem Highway alles easy – fast alles! Wenn man einmal auf dem Highway Nr. 1 Richtung Flughafen (beschildert mit „Don Muang“) fährt, kann eigentlich fast nichts mehr passieren, die autobahnähnliche Straße führt nach Norden aus der Stadt hinaus und die Ausfahrt Ayutthaya kann man nicht verfehlen. Wir haben es trotzdem locker geschafft, uns sofort zu verfahren. Die Schnellstraße verzweigt sich immer wieder: die rechte Spur führt hinauf auf den Express-Highway im ersten Stock, der auf riesigen Betonstelzen über der ebenerdigen Schnellstraße verläuft und Maut kostet (40 Baht, also 80 Euro-Cent). Die linken Spuren umfahren diese Auffahrt und verzweigen sich noch einmal. Wir gerieten auf eine Abzweigung vom Highway Nr. 1 und damit in eine vorübergehende Verzweiflung. Der Fehler ließ sich aber gleich darauf korrigieren, denn auf allen thailändischen Schnellstraßen gibt es sehr häufig Umkehrschleifen – ausgeschilderte „U-turns“, man muss also nicht viele Kilometer lang bis zur nächsten Ausfahrt zum Wenden fahren. Speziell beim Highway Nr. 1 von Bangkok nach Norden empfiehlt es sich aber, gleich die Mautstraße im ersten Stock zu nehmen, da sie idiotensicher ist.
Wir brauchten nicht einmal eine ¾ Stunde nach Ayutthaya, aber dort eine halbe Stunde, um unser Hotel zu finden. Das lag erstens daran, dass es sehr selten Straßenschilder gibt, und zweitens daran, dass in unserem Stadtplan das Hotel um einen Block verschoben eingezeichnet war. Wir hatten das Wiang Fa Hotel gebucht und waren zufrieden: ein kleines, sauberes Zimmer (500 B.) mit AC und heißer Dusche in einem Reihenhaus mit schönem, liebevoll bepflanztem Innenhof, in dem wir unser Auto tagelang stehen lassen konnten. Abgetrennt vom Parkplatz eine schattige Oase zum Frühstücken.
Das Autofahren an sich ist in Ayutthaya – wie überhaupt in ganz Thailand außer Bangkok – kein großes Problem. Dennoch ließen wir hier das Auto meist auf dem Hotelparkplatz stehen, denn es war viel praktischer, sich mit dem Tuk-Tuk zu Schiffsanlegestellen und Restaurants bringen und dort wieder abholen zu lassen, insbesondere bei Dunkelheit; die Taxigebühren sind kaum nennenswert. Einmal ließen wir uns von einem Tuk-Tuk-Fahrer sechs Stunden lang zu zahlreichen Tempeln kutschieren (900 B.,18 Euro) Doch das Beste in Ayutthaya war die Tempel-Tour mit dem Boot (750 B., 15 Euro). Das „Venedig des Ostens“ Auch wenn dieser – in einem Reiseführer gewagte – Vergleich hinkt: Eines zumindest haben die Wasserstraßen von Ayutthaya und Venedig gemeinsam – eine trübe Brühe, in der Langnasen nicht schwimmen sollten, auch wenn die Einheimischen sich darin baden und die Zähne putzen. Der Unterschied der beiden „Venedigs“ ist augenfällig an den Ufern: In Ayutthaya sieht man keine Palazzi, sondern außer Tempeln überwiegend armselige Hütten und daneben auch einige edle Wohnhäuser und einladende Restaurant-Terrassen, alle garniert mit üppigen Tropengewächsen. Im Khrua Pomphet Restaurant saßen wir mittags schattig direkt überm Wasser und aßen gute Fischpflanzerl, aber vier immer laufende Fernsehgeräte sorgten für ein gewisses Hintergrundgeräusch. Am besten fanden wir das Sai Thong River Restaurant: zartes Rindfleisch, warmer scharfer Entensalat, dreißig Tom-Yam-Variationen auf der Speisekarte, kein TV und keine Musik und trotzdem von den Einheimischen gut besucht; schöner weiter Blick über den Fluss. Empfehlenswert die warmen scharfen Salate mit verschiedenen Fleischsorten, die hier regionaltypisch sind. Am besten gegessen haben wir an einem Abend auf dem Nachtmarkt am Pier, aber an derselben Stelle war es tags darauf nicht so gut (die Küchen wechseln dort offenbar täglich). Welche von den vielen Tempeln hier „empfehlenswert“ sind – das aufzulisten würde den Rahmen unseres Reiseberichts sprengen. Wir erwähnen nur wenige Beispiele. Im Wat Phanan Cheong erlebten wir zufällig ein großes religiöses Spektakel. Hunderte von Gläubigen wickelten lange gelbe Bänder erst um sich selbst und dann um den oben thronenden riesigen Buddha, Mönche mit Megaphon beteten vor, andere spielten und sangen im Orchester. Vor dem Tempel wurden Reissäcke laut angepriesen – wie beim billigen Jakob. Das Besondere am Tempelbau selber sind die Reliefs an den Außenmauern
Am Wat Maha That sieht man einen Buddha-Kopf, der von den Wurzeln eines Bhodi-Baumes eingerahmt wird. Am Wat Chai Wat Thanaram erlebten wir einen kitschig-schönen Sonnenuntergang. Im Historical Study Center (Museum) wird die Geschichte und das Leben im alten Ayutthaya anschaulich und unterhaltsam dargestellt, insbesondere durch liebevoll gestaltete Modelle von Siedlungen (ca. eine Stunde). Etwa 20 km südlich von Ayutthaya besichtigten wir das phantastische, riesige Freiluftmuseum in Bangsai: ein nachgebildetes Dorf, funktionierende Werkstätten für Kunsthandwerk aller Art (Schnitzerei, Masken- und Puppen-Herstellung, Leder- und Silberverarbeitung) und ein Zoo – ein halber Tag war uns viel zu wenig. 6 Kilometer nördlich von Ayutthaya liegt der königliche Elefantenkral. Die alte Anlage mit ihren Pfahlzäunen und Zwingtoren lässt erkennen, wie Elefanten für die Zwecke der Herrschenden zugerichtet wurden, und naturalistische Gips-Plastiken stellen lebensgroß Kriegs-Elefanten mit kämpfenden Reitersoldaten dar. Daneben kann man lebende Elefantenmütter mit ihren kleinen Raufbolden in einem sumpfigen Tümpel beobachten – eine begeisternde Schlammschlacht!
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