|
Die erste Tuchfühlung erfolgt gewissermaßen "a posteriori", also von hinten. Die frisch eingeschulten Teilnehmer des Amateur Mahout Training Course werden als erstes in die Elephant Dung Paper Factory geführt. Dort wird der Kot der Tiere, nachdem ihm die Körpergase entzogen wurden, zu handgeschöpftem Papier verarbeitet, das sodann als Glückwunschkarten oder Fotoalben verkauft wird. Ein perfektes Recycling, das freilich nur einen Bruchteil des anfallenden Rohstoffs bewältigen kann. Denn ein ausgewachsener Elefant verschlingt täglich bis zu 200 kg Dschungelgrün - das macht bei den ca. 50 hier lebenden Tieren an die zehn Tonnen rein pflanzlichen, bereits optimal zerkleinerten "Halbfabrikats", das sie, quasi als Gratis-Dienstleistung, täglich auf der Anlage und in den umliegenden Wäldern hinterlassen.
Für uns Kursteilnehmer kein bloß theoretischer Programmpunkt: Als ob wir vorab zu beweisen hätten, wirklich keine Berührungsängste gegenüber unserem animalischen Lernfach mitzubringen, sollen wir auch gleich selbst die geschmeidige Masse mit den bloßen Händen kräftig durchkneten, mit Flüssigkeit verrühren und in dünner Schicht auf einem Trockenrahmen verteilen. Und tatsächlich: keiner fragt hinterher danach, sich die Hände waschen zu dürfen. Vielleicht sind auch alle zu sehr gespannt auf
ihr erstes Zusammentreffen mit ihrem schwergewichtigen Partner
für die nächsten drei Tage. Während die Elefanten mit ihren
Führern, den "Mahouts", an und vorbeistapfen, mustert
Pat, der Projektleiter der Trainingskurse, kurz jeden von uns
und trifft dann flink die Zuteilung. "Meiner" heißt
Sidaw Yai; man sagt mir, das bedeute "Großer Herr".
In der Tat: Sidaw Yai ist ein Elefantenbulle von sehr stattlicher
Statur - man hält ihn hier sogar für besonders gefräßig und
dick - und dem gesetzten Alter von 44 Jahren. Zweifellos der
Senior unserer tierischen "Partnergruppe", wie ich
selbst in der unseren - vielleicht eine gute Verständigungsbasis? |
||||
|
|
|
|||