Das Thai Elephant Conservation Center in Lampang, Nordthailand, bietet nicht nur Elephant Shows und Ausritte in die umgebenden Wälder an, sondern veranstaltet auch Amateur Mahout Training Courses, in denen grundlegende Kenntnisse über den Umgang mit diesen Tieren vermittelt und die damit verbundenen Anstrengungen am eigenen Leib erfahrbar gemacht werden. Die Kursteilnehmer wohnen in Bungalows in unmittelbarer Nachbarschaft zu den einheimischen Elefantenführern (Mahouts) und erhalten damit zugleich einen lebendigen Eindruck vom Dorfleben. Die Kurse können variabel von einem Tag bis zu mehrwöchigen Aufenthalten gebucht werden; am beliebtesten ist das dreitägige Homestay Program, das incl. Vollpension und "Arbeitskleidung" 4.000 Baht (ca. 80 Euro) kostet. Weitere Informationen bietet die umfangreiche Website des Conservation Center: www.changthai.com.


Elefantendung wird portioniert...

Die erste Tuchfühlung erfolgt gewissermaßen "a posteriori",  also von hinten. Die frisch eingeschulten Teilnehmer des Amateur Mahout Training Course werden als erstes in die Elephant Dung Paper Factory geführt. Dort wird der Kot der Tiere, nachdem ihm die Körpergase entzogen wurden, zu handgeschöpftem Papier verarbeitet, das sodann als Glückwunschkarten oder Fotoalben verkauft wird. Ein perfektes Recycling, das freilich nur einen Bruchteil des anfallenden Rohstoffs bewältigen kann. Denn ein ausgewachsener Elefant verschlingt täglich bis zu 200 kg Dschungelgrün - das macht bei den ca. 50 hier lebenden Tieren an die zehn Tonnen rein pflanzlichen, bereits optimal zerkleinerten "Halbfabrikats", das sie, quasi als Gratis-Dienstleistung, täglich auf der Anlage und in den umliegenden Wäldern hinterlassen.


 ...und sorgfältig verrührt

Für uns Kursteilnehmer kein bloß theoretischer Programmpunkt: Als ob wir vorab zu beweisen hätten, wirklich keine Berührungsängste gegenüber unserem animalischen Lernfach mitzubringen, sollen wir auch gleich selbst die geschmeidige Masse mit den bloßen Händen kräftig durchkneten, mit Flüssigkeit verrühren und in dünner Schicht auf einem Trockenrahmen verteilen. Und tatsächlich: keiner fragt hinterher danach, sich die Hände waschen zu dürfen.

Vielleicht sind auch alle zu sehr gespannt auf ihr erstes Zusammentreffen mit ihrem schwergewichtigen Partner für die nächsten drei Tage. Während die Elefanten mit ihren Führern, den "Mahouts", an und vorbeistapfen, mustert Pat, der Projektleiter der Trainingskurse, kurz jeden von uns und trifft dann flink die Zuteilung. "Meiner" heißt Sidaw Yai; man sagt mir, das bedeute "Großer Herr". In der Tat: Sidaw Yai ist ein Elefantenbulle von sehr stattlicher Statur - man hält ihn hier sogar für besonders gefräßig und dick - und dem gesetzten Alter von 44 Jahren. Zweifellos der Senior unserer tierischen "Partnergruppe", wie ich selbst in der unseren - vielleicht eine gute Verständigungsbasis?
 

 

 

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