Thailand durch seine Elefanten kennen lernen

Auf dem Fußmarsch zurück ins Camp stellen die Teilnehmer erste Anzeichen fest, auch körperlich zum Elefanten-Reiter zu mutieren: Das Laufen fällt schon gar nicht mehr so leicht, denn der breite Nacken der Tiere hat die Spurweite erheblich gedehnt, was sich in einem höllischen Muskelkater im Schritt äußert. Aber für den Rest des Tages werden, soweit überhaupt, nur noch die oberen Körperpartien gefordert.


Frühstück im Gästebungalow

Nach der dringend nötigen Dusche versammelt sich die Gruppe auf der Veranda eines der Holzbungalows, die als Gästehäuser dienen, um das Abendessen mit vorzubereiten. Eine Gelegenheit, auch ein wenig in die Geheimnisse der Thai-Küche hineinzuschnuppern - wenn man auch nur zum Schnitzeln der Zutaten gebraucht wird.  Und eine Gelegenheit, ein bisschen lokale Dorfatmosphäre mitzuerleben, denn die Unterkünfte liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Häuschen, in denen die Mahouts mit ihren Familien wohnen. Da ergibt sich so mancher spontane Plausch, denn die Neugier auf das normalerweise so gänzlich andere Leben des Gegenüber ist beiderseitig und überwindet jegliche Sprachbarriere, unterstützt von so mancher Flasche Bier - natürlich von der Marke "Chaang"! Aber es wird nicht all zu spät, bis sich der Bio-Rhythmus der Natur geltend macht: Um sechs Uhr früh warten die Elefanten darauf, wieder abgeholt zu werden.


 Abschluß-Show mit gemischter Besetzung

Zum krönenden Abschluss gibt's "Stars in der Manege": Zu den Tönen der "Elefanten-Hymne" mit dem einprägsamen Titel "Chaang, Chaang, Chaang" ziehen in langer Karawane mit den Mahouts auch die Kursteilnehmer hoch zu Elefant in der Show-Arena ein. Nach namentlicher Vorstellung jedes Einzelnen vor dem gespannten Publikum werden Runden gedreht, wird ab- und aufgestiegen, werden Baumstämme gezogen und gestapelt, wird mit dem Rüssel gemalt und musiziert - kurz, jeder zeigt, was er gelernt hat. Jeder Elefant zumindest. Denn was sie machen, sitzt so gut, dass sie sich dabei auch von ihren ungewohnten Partnern nicht irritieren lassen. Denen geht's derweil wie den Chor-Teilnehmern eines Schülertheaters: Sie können kaum etwas falsch machen - und dafür umso unbeschwerter die freudige Erregung auskosten, einmal im Rampenlicht zu stehen. Dass sie nicht nur ihrem Publikum, sondern auch noch ihren Show-Partnern diesen Spaß machen - auch dafür Dank an die schwergewichtigen Routiniers.

 

Nach der Show wird jedem ein Zertifikat eines "Amateur Mahout" überreicht, schmuck gestaltet mit zwei stabilen lachsroten Deckeln, und natürlich made from 100% Elephant Dung Paper. Des weiteren ist die indigofarbene Mahout-Arbeitskleidung mit dem Wappen des Thai Elephant Conservation Center mit im Gepäck und wartet auf weitere Verwendung zuhause. Dann geht's die kleine gewundene Straße hinunter, und nach drei Kilometern ist man wieder am Highway Lampang - Chiang Mai. Vom Strom der Trucks, Busse und Pickups aus betrachtet, erscheinen die drei Tage auf dem Camp wie eine Unterbrechung der Reise. Und doch gehen von hier mehr Eindrücke mit auf den weiteren Weg als von mancher "Touristenattraktion": von den gutmütigen Riesen des Dschungels, aber auch von der Begeisterung für sie und dem rührenden Bemühen, sie als Mythos weiter am Leben zu halten - vom alten und neuen Thailand.

 

 

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